mercedes m274

Seit 2012 bildet der M274-Motor das Rückgrat im Benzinmotoren-Programm von Mercedes-Benz mit klassischem Längseinbau. Zu finden ist er unter der Haube der C-Klasse (W204 Modellpflege und W205), der E-Klasse (W212 und W213) sowie im GLC oder der V-Klasse (sein quer eingebautes Pendant in den frontgetriebenen Modellen wie der A-Klasse oder dem CLA ist wiederum der M270). Konstruktiv gehört er zur BlueDIRECT-Familie – sprich: Benzin-Direkteinspritzung mit 200 bar Systemdruck, Turboaufladung und variable Nockenwellenverstellung.

Im Vergleich zum älteren M271 schneidet dieses Triebwerk mechanisch deutlich besser ab. Hier kommt eine wesentlich standfestere Steuerkette zum Einsatz, und die gesamte Konstruktion erreicht problemlos Laufleistungen von 250.000 bis 300.000 Kilometern – bei gleichzeitig überzeugender Dynamik und vernünftigem Kraftstoffverbrauch.

Trotzdem stößt man im Netz schnell auf Berichte über Probleme mit den Nebenaggregaten, Benzingeruch aus der Lüftung oder Elektronikfehler. Das bedeutet jedoch keineswegs, dass man diesen Motor fürchten muss. Der Mercedes M274 verträgt einen rein schematischen Flottenbetrieb mit Ölwechseln alle 25.000 km und Inspektionen auf Sparflamme schlichtweg denkbar schlecht. Wie jedes moderne Triebwerk mit Direkteinspritzung und Aufladung verlangt er nach gezielter technischer Prophylaxe – ganz besonders dann, wenn auf dem Tacho 150.000 bis 200.000 Kilometer stehen.

Nachfolgend haben wir die wichtigsten Wartungspunkte für den M274 zusammengefasst, die in der täglichen Werkstattpraxis dafür sorgen, dass dieser Antrieb im Alltag wirklich dauerhaft zuverlässig läuft..

Mercedes m274
Mercedes-Motor M274, Seitenansicht, Mercedes W212 E 250, Baujahr 2015.
1. Das optimale Ölwechselintervall liegt bei 10.000–12.000 km. Warum? LSPI und Kraftstoff in der Ölwanne

Den Anfang macht ein Phänomen, das typisch für moderne turboaufgeladene Direkteinspritzer ist: LSPI (Low-Speed Pre-Ignition), also die vorzeitige Vorentflammung bei niedrigen Drehzahlen und hoher Last..

Es tritt meist dann auf, wenn man in einem hohen Gang bei etwa 1.500–2.000 U/min voll aufs Gaspedal tritt. Das Gemisch entzündet sich dann den Bruchteil einer Sekunde vor dem eigentlichen Zündfunken an der Kerze. Diese unkontrollierte Verbrennung führt zu einem extremen Druckanstieg im Brennraum. Wiederholt sich dieser Vorgang regelmäßig, kann es beim M274 zu schweren mechanischen Schäden kommen – meist bricht der Ringsteg am Kolben weg (in der Regel am ersten Zylinder), was zum Kompressionsverlust führt.

Eine entscheidende Rolle spielt dabei der Zustand des Motoröls. Mikroskopisch kleine, mit Kraftstoff vermischte Ölpartikel lösen sich von den Zylinderwänden und wirken als Zündquelle für die Vorentflammung. Ist das Öl verbraucht und durch Benzin verdünnt, steigt die Anfälligkeit für dieses Phänomen drastisch an. Der zweite Faktor ist die Kraftstoffqualität selbst: Je geringer die Klopffestigkeit, desto höher das Risiko. Genau deshalb waren vor allem die stärksten Leistungsstufen des Mercedes M274 (245 PS) auf dem US-Markt so häufig von diesem Schaden betroffen, da diese Fahrzeuge dort nicht selten mit einfachem „Regular 87“-Benzin betankt wurden (was im europäischen ROZ-Maßstab gerade einmal ~91–92 Oktan entspricht).

Wie gelangt das Benzin in das Motoröl des M274?

Hierfür gibt es zwei Hauptursachen:

  1. Die Physik der Direkteinspritzung: Die Injektoren spritzen den Kraftstoff unter enormem Druck direkt in den Brennraum. Bei kaltem Motor und extremen Kurzstrecken im Stadtverkehr kondensiert das an die kalten Zylinderwände gesprühte Benzin (bekannt als Kraftstoff-Wandfilm bzw. Wall Wetting) und wird von den Kolbenringen direkt in die Ölwanne abgestreift.
  2. Die Hochdruckpumpe (HPFP): Die an der Rückseite des Zylinderkopfs montierte Hochdruckpumpe wird mechanisch über die Nockenwelle angetrieben. Gibt ihre interne Abdichtung nach, sickert reines Benzin direkt unter den Ventildeckel in den Schmierkreislauf.

BENZ HUNTERS EMPFEHLUNG:

Das Öl wechseln wir alle 10 000 – 12 000 km (im reinen Stadtbetrieb: alle 8.000–10.000 km). Intervalle von 20.000–25.000 km sollte man komplett vergessen. Wir verwenden Öle nach Freigabe MB 229.52 oder MB 229.51 (mit modernen Additivpaketen zur Vermeidung von LSPI, bei denen Calciumsalze durch Magnesium ersetzt wurden). Bei jedem Wechsel empfiehlt sich eine professionelle Motorspülung, um ausgedünnte Kraftstoffanteile und Ablagerungen zuverlässig aus den empfindlichen Ölkanälen zu entfernen.

2. Undichte Stecker der Nockenwellen-Magnete und der „Docht-Effekt“

To usterka doskonale znana każdemu, kto regularnie serwisuje nowożytne silniki MercedesaDiesen Fehler kennt jeder, der moderne Mercedes-Motoren regelmäßig wartet. Vorne am Ventildeckel sitzen zwei Elektromagnete, die die Nockenwellenversteller ansteuern..

Im Laufe der Jahre und unter ständiger Hitzeeinwirkung verliert die Dichtmasse im Gehäuse der Elektromagnete ihre Elastizität, sodass Motoröl direkt in die Buchse des Steckers sickert. Auf den ersten Blick wirkt das harmlos – man sieht lediglich etwas Feuchtigkeit an den Kontaktpins.

Das weitaus gravierendere Problem spielt sich jedoch unter der Leitungsisolierung ab. Dort greift der sogenannte Kapillareffekt (Wicking) – exakt so, wie Petroleum im Docht einer Lampe nach oben steigt. Durch Temperatur- und Druckschwankungen wird das Motoröl entlang der Kupferlitzen tief in den Kabelbaum hineingesaugt.

Zentimeter für Zentimeter bahnt es sich seinen Weg. In der Regel erreicht es zuerst die Steckverbindungen der Lambdasonden (was zu Fehlern bei der Gemischaufbereitung führt), im Extremfall wandert es jedoch bis direkt in die Stecker des Motorsteuergeräts (ECU) und verursacht Kurzschlüsse auf der Platine. Dann wird aus dem simplen Tausch einer Dichtung eine extrem kostspielige Reparatur der gesamten Fahrzeugelektrik.

BENZ HUNTERS EMPFEHLUNG:

Bei jedem Ölservice ziehen wir die Stecker der Elektromagnete ab und kontrollieren gewissenhaft, ob sich an den Pins Öl sammelt. Sehr zu empfehlen ist der vorsorgliche Verbau sogenannter Sperradapter (Ölstoppkabel / Pigtails) – das sind kurze Kabelverlängerungen mit einer integrierten Kapillarbarriere, die im Falle einer Undichtigkeit verhindern, dass das Öl weiter in den Hauptkabelbaum des Fahrzeugs kriecht. Ist ein Elektromagnet bereits undicht, tauschen wir ihn unverzüglich gegen ein Neuteil aus.

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Mercedes-Motor M274, die Elektromagnete sind mit roten Pfeilen markiert.
3. Kraftstoffleitungen – ein fester Standard in unserer Werkstatt

Viele Besitzer einer E-Klasse (W212 – W213), C-Klasse (W205) oder eines GLC mit M274 kennen dieses Szenario: Die ersten herbstlichen Nachtfröste setzen ein, man startet morgens das Auto, schaltet das Gebläse an und nach 30 Sekunden zieht ein beißender Geruch von unverbranntem Benzin durch die gesamte Kabine. Nach ein paar Kilometern Fahrt ist der Spuk wieder vorbei.

Verantwortlich dafür ist das elastische Gummistück der Kraftstoffleitung, die zur Hochdruckpumpe an der Rückseite des Motors führt. Mit den Jahren wird das Gummi spröde, verhärtet sich bei niedrigen Temperaturen zusätzlich und zieht sich minimal zusammen. Bei kaltem Motor beginnt der Kraftstoff durchzusickern und auf die darunterliegenden Aggregate zu tropfen. Sobald sich der Motorraum erwärmt, gewinnt der Schlauch seine Flexibilität zurück, die Verbindung dichtet sich vorübergehend wieder ab und das Leck stoppt – zumindest bis zum nächsten kalten Morgen.

Dieses Phänomen auf die leichte Schulter zu nehmen, ist brandgefährlich. Eine Undichtigkeit im Kraftstoffsystem in unmittelbarer Nähe zum heißen Turbolader und den Komponenten der Abgasanlage ist schlichtweg ein völlig unnötiges Risiko, auf das sich kein gewissenhafter Fahrer einlassen sollte.

BENZ HUNTERS EMPFEHLUNG:

Hier haben Provisorien absolut nichts verloren – poröse Kraftstoffleitungen werden bei uns ausnahmslos gegen Neuteile ersetzt. Die Materialkosten sind absolut überschaubar, der Wechsel geht zügig von der Hand, und man gewinnt die volle Gelassenheit zurück.

Mercedes przewody paliwowe
Kraftstoffleitung, Motor M274
4. Kurbelgehäuseentlüftung (Ölabscheider mit integriertem PCV-Ventil)

Die Kurbelgehäuseentlüftung ist bei einem modernen turboaufgeladenen Benzinmotor ein komplexes System. Beim M274 sitzt der Ölabscheider unter dem Ansaugkrümmer.

Die Kurbelgehäuseentlüftung ist bei einem modernen turboaufgeladenen Benzinmotor ein komplexes System. Beim M274 sitzt der Ölabscheider unter dem Ansaugkrümmer. Die darin verbaute Gummimembran arbeitet unter extrem anspruchsvollen Bedingungen – in heißen Öldämpfen, Verbrennungssäuren und ständigen Temperaturschwankungen. Am häufigsten quittiert jedoch das elektrische Steuerventil seinen Dienst. Im Schnitt zwischen 120.000 und 150.000 km, mitunter sogar früher, wird der Austausch dieses Ventils unumgänglich.

Was sind die Symptome einer defekten Kurbelgehäuseentlüftung?

  • Drehzahlschwankungen im Leerlauf.
  • Ein charakteristisches Pfeifen oder Zischen aus dem Motorraum (Ansaugen von Falschluft).
  • Im Steuergerät abgelegte Fehlercodes und eine aufleuchtende Motorkontrollleuchte („Check Engine“).
  • Erhöhter Ölverbrauch.
BENZ HUNTERS EMPFEHLUNG:

Eine defekte KGE verfälscht die Gemischadaption (Fuel Trims) und bringt die Druckverhältnisse im Kurbelgehäuse völlig aus dem Takt. Bei Laufleistungen um 130.000–150.000 km stufen wir die Entlüftung als reguläres Verschleißteil ein. Finger weg von billigen Zubehörmembranen, die in das alte Gehäuse eingeklebt werden – die halten oft kaum ein paar tausend Kilometer. Wir tauschen stets die komplette Abscheidereinheit gegen ein OE-Originalteil oder ein bewährtes Markenprodukt in Erstausrüsterqualität.

Mercedes odma m274
Steuerventil der Kurbelgehäuseentlüftung, Mercedes-Motor M274
5. Zündkerzen: Intervall und strikte Montagevorgaben

In den offiziellen Wartungsplänen sah Mercedes einen Zündkerzenwechsel alle 50.000–75.000 km oder alle 4 Jahre vor. In der Werkstattpraxis empfiehlt es sich beim M274 jedoch, dieses Intervall auf 30.000–40.000 km zu verkürzen.

Eine verbrauchte Zündkerze bedeutet beim Direkteinspritzer einen schwächeren Zündfunken und das Risiko von Mikro-Zündaussetzern unter hoher Last. Die Folge: Unverbrannter Kraftstoff gelangt ins Motoröl, und die Wahrscheinlichkeit für das gefürchtete LSPI-Phänomen steigt spürbar an.

Der zweite Punkt betrifft die Auswahl und die Montagetechnik selbst – ein Aspekt, an dem selbst erfahrene Mechaniker scheitern können. Bei den M274-Motoren unterliegen die Zündkerzen einer zwingenden Indexierung (indizierter Einbau). Das bedeutet: Nach dem vorschriftsmäßigen Festziehen muss die Masseelektrode in einer exakt definierten Winkelposition zum Injektor stehen, um das Spritzbild des unter Hochdruck eingespritzten Kraftstoffs nicht abzuschatten. indeksowaniu. Oznacza to, że po prawidłowym dokręceniu elektroda boczna musi znaleźć się w ściśle określonym położeniu kątowym względem wtryskiwacza, by nie przysłaniać stożka wtryskiwanej pod wysokim ciśnieniem benzyny.

Bei der BlueDIRECT-Konstruktion wird dies durch ein präzise aufeinander abgestimmtes Kerzengewinde im Zylinderkopf, das Gewinde der Kerze selbst sowie den werksseitigen Quetschdichtring erreicht. Aus diesem Grund haben beliebige Zündkerzen aus dem Zubehör, die lediglich „nach Gewindemaß“ gekauft wurden, hier absolut nichts verloren – verbaut werden ausschließlich originale oder freigegebene Platin-Iridium-Kerzen (OE Mercedes / NGK), die exakt für dieses Triebwerk entwickelt wurden.

m274 świece zapłonowe
Zündkerzen, Motor M274
6. Ölstandskontrolle und geregelte Ölpumpe (Ventil Y130)

In den Mercedes M274-Triebwerken kommt eine zweistufige Ölpumpe mit bedarfsgerechter Volumenstromregelung zum Einsatz. Für das Umschalten der Betriebsstufen ist ein Magnetventil (Y130) in der Ölwanne zuständig, das direkt vom Motorsteuergerät geschaltet wird.

Diese Lösung wurde dem Diktat der Abgasnormen geschuldet: Bei niedrigen Drehzahlen und geringer Last senkt das Ventil den Schmierdruck im System ab (auf ein Niveau von etwa 1,5–1,7 bar), um die inneren Reibungswiderstände des Motors zu reduzieren. Das bedeutet jedoch auch, dass das Sicherheitspolster des Schmierfilms bei verhaltener Fahrweise extrem schmal ausfällt.

Befindet sich zu wenig Öl im Motor oder hat es durch Benzineintrag an Viskosität verloren, führt der verringerte Öldruck zu einem realen Risiko von Mangelschmierung an den Nockenwellenverstellern, den Nockenwellenlagern im Zylinderkopf oder dem Turbolader..

Interessanterweise stoßen viele Besitzer beim Auslesen des Fehlerspeichers auf folgenden Eintrag:

P06DA00 – Die Ansteuerung des Regelventils der Ölpumpe weist einen elektrischen Fehler / eine Leitungsunterbrechung auf..

Ursache hierfür ist in der Regel ein Defekt am kurzen Kabelstrang, der im Inneren der Ölwanne verläuft. Mercedes-Benz selbst hat dazu eine Service-Information herausgegeben, die besagt, dass dieser Zustand ohne Reparatur belassen werden kann, solange keine Motorkontrollleuchte (Check Engine) aktiv ist. Der Grund? Bei einem defekten oder abgesteckten Ventil schaltet die Pumpe konstruktionsbedingt als Failsafe auf vollen Öldruck über das gesamte Drehzahlband – was rein mechanisch und mit Blick auf die Langlebigkeit des Motors eine weitaus sicherere Variante ist als das Fahren mit abgesenktem Öldruck.

BENZ HUNTERS EMPFEHLUNG:

Ganz gleich, ob das Fahrzeug noch einen physischen Peilstab oder die elektronische Anzeige im Kombiinstrument besitzt – den Ölstand kontrollieren wir regelmäßig. Beim M274 muss der Füllstand stets im oberen Bereich liegen (etwa 3/4 der Skala), und jeglicher Ölverlust oder ein plötzlicher Pegelanstieg (Kraftstoffeintrag!) muss unverzüglich diagnostiziert werden.

7. Motor- und Getriebelager – natürlicher Verschleiß der Dämpfungselemente

Die meisten Mercedes-Fahrzeuge mit dem M274-Motor blicken heute auf acht bis über zehn Jahre regulären Alltagsbetrieb zurück. Das Aggregat ruht auf modernen hydraulischen Gummi-Öl-Lagern (sogenannten Hydrolagern), die dafür zuständig sind, die Karosserie wirksam von den Schwingungen des Vierzylinders zu entkoppeln.

Mit den Jahren verhärtet sich das Elastomer, und die Hydraulikflüssigkeit im Inneren des Lagers verflüchtigt sich mit der Zeit schleichend. Die Folge: Das Lager setzt sich auf dem metallischen Endanschlag ab, wodurch die Fähigkeit zur Resonanzdämpfung schrittweise verloren geht.

Typische Symptome verschlissener Lager beim M274:

  • Feine Vibrationen und ein Kribbeln am Lenkrad, Sitz sowie Fahrzeugboden im Stand (besonders bei getretener Bremse in Fahrstufe D oder R bei 7G- und 9G-Tronic-Getrieben).
  • Ein dumpfer Schlag oder ein spürbarer Ruck bei abruptem Gasgeben oder Gaswegnehmen, hervorgerufen durch das übermäßige Kippen des Motors im Motorraum.
  • Ein spürbarer Rückgang des akustischen Gesamtkomforts im Leerlauf – in den Innenraum dringen Geräusche und Resonanzen, die bei einem intakten Fahrzeug vollständig gedämpft sein sollten.
BENZ HUNTERS EMPFEHLUNG:

> **BENZ HUNTERS EMPFEHLUNG:** > Die Motor- und Getriebelager tauschen wir grundsätzlich im Komplettsatz: zwei hydraulische Motorlager (links und rechts) sowie das Getriebelager. Belässt man auf einer Seite das alte Lager, führt dies zu einer ungleichmäßigen Belastung und zum vorzeitigen Verschleiß des Neuteils. Man sollte ausnahmslos auf bewährte Hydrolager in Erstausrüsterqualität setzen (Lemförder oder Original OE Mercedes-Benz) – billige Nachbauten aus dem Zubehör übertragen oft schon direkt nach dem Verlassen der Hebebühne unangenehme Vibrationen. > >

m274 poduszki silnika
Kompletter Satz verschlissener Motorlager des M274 (die zwei größeren) und das 7G-Getriebelager (das kleine rechts).

Drei zusätzliche Punkte aus der Benz-Hunters-Werkstatt, über die selten gesprochen wird:

A. Elektronisches Thermostat – der heimliche Übeltäter bei mangelnder Betriebstemperatur

Beim M274 ist das Thermostat mit einem elektrischen Heizelement kombiniert, das direkt vom Motorsteuergerät (ECU) angesteuert wird. Mit den Jahren zeigt sich dieses Bauteil anfällig: Meist klemmt es in geöffneter Stellung, oder es kommt zu einer Leitungsunterbrechung im Heizelement selbst.

Silnik zamiast trzymać prawidłowe 90–95°C z trudem osiąga 70–75°CStatt der korrekten 90–95 °C erreicht das Triebwerk dann mühsam gerade einmal 70–75 °C. Im Alltag bemerkt der Fahrer das oft gar nicht, da die werksseitige Temperaturanzeige im Kombiinstrument über eine programmierte Toleranz (Dämpfung) verfügt und reale Schwankungen der Betriebstemperatur schlichtweg kaschiert..

In der Folge stuft das Steuergerät den Motor permanent als nicht betriebswarm ein und fettet das Gemisch kontinuierlich an. Der Überschuss an unverbranntem Benzin wäscht die Zylinderwände ab und gelangt direkt in die Ölwanne, was zu einer rapiden Ölalterung und Kraftstoffverdünnung führt. In der Werkstattdiagnose überprüfen wir den tatsächlichen Zustand des Thermostats daher immer über die Live-Daten (Istwerte) am Diagnosetester und verlassen uns niemals rein auf die Anzeige im Cockpit.

B. Nockenwellenversteller – der morgendliche Hörtest

Obwohl die Steuerkette beim M274 unvergleichlich robuster ist als beim älteren M271 und sich nur selten vorzeitig längt, können die Nockenwellenversteller selbst ab Laufleistungen von 150.000+ km Probleme bereiten. Am häufigsten verschleißt dabei der interne mechanische Verriegelungsbolzen.

Das typische Symptom ist ein metallisches Rasseln oder dumpfes Rattern für 2–3 Sekunden unmittelbar nach dem Kaltstart am Morgen, noch bevor die Ölgalerie den nötigen Betriebsdruck im Versteller aufgebaut hat. Wer dieses Geräusch bei kaltem Motor wahrnimmt, sollte den Werkstattbesuch keinesfalls auf die lange Bank schieben.

Rastet der Bolzen beim Start nicht sauber ein, führt das zu wiederkehrenden Stoßbelastungen – der mit Spiel arbeitende Versteller schlägt sich dadurch nicht nur von innen heraus selbst aus, sondern führt mit der Zeit unweigerlich zu einer Längung der Steuerkette und Fehlern bei der Nockenwellensynchronisation im Fehlerspeicher.

C. Wastegate-Druckdose und Spiel in der Mechanik

Die Betätigung der Wastegate-Klappe am M274-Turbolader erfolgt über eine pneumatische Druckdose. Eine bewährte, seit vielen Jahren etablierte Lösung, an der sich bei höheren Laufleistungen schlichtweg gewöhnlicher mechanischer Verschleiß bemerkbar macht.

Am häufigsten reißt die interne Membran ein oder der Führungsbolzen frisst sich fest.

Typische Symptome:

  • Metallisches Scheppern oder Rasseln aus dem Bereich des Auspuffs bei der Gaswegnahme (die lose Klappe gerät in Resonanz).
  • Leistungsabfall und Übergang in das Notlaufprogramm bei kräftigem Beschleunigen – das Steuergerät hinterlegt dann entsprechende Fehler bezüglich des Ladedrucks (Regelabweichung).

In einem solchen Fall muss keineswegs der komplette Turbolader getauscht werden. Es reicht völlig aus, das Spiel am Betätigungsgestänge zu beseitigen (Instandsetzung von Buchse und Klappenbolzen) und bei Bedarf eine intakte Druckdose zu verbauen.

m274 siłownik sterowania klapą upustową
Mercedes M274, Unterdruckdose zur Wastegate-Steuerung

Fazit: Wie fährt man mit dem M274 lange und sorgenfrei?

Der Mercedes M274 ist ein langlebiges, dynamisches Triebwerk, das problemlos mehrere Hunderttausend Kilometer abspult – vorausgesetzt, man orientiert sich nicht an den Marketing-Versprechen einer angeblich „wartungsfreien“ Nutzung..

Kompakte Zusammenfassung für die Praxis:

  1. Motoröl: Wechsel alle 10.000–12.000 km nach Freigabe MB 229.52 oder MB 229.51; eine gründliche Motorspülung vor dem Wechsel ist Pflicht und keine bloße Gewissensberuhigung.
  2. Nockenwellen-Magnete: Stecker bei jedem Ölservice kontrollieren und vorsorglich Ölstoppkabel (Sperradapter) nachrüsten.
  3. Kraftstoffleitungen: Poröse Leitungsstücke an der Hochdruckpumpe (HPFP) sofort ersetzen, sobald Benzingeruch wahrnehmbar ist.
  4. Zündkerzen: Wechsel alle 30.000–40.000 km gegen die vorgeschriebenen Platin-Iridium-Kerzen (BlueDIRECT).
  5. Kurbelgehäuseentlüftung (KGE): Austausch der kompletten Ölabscheidereinheit nach 130.000–150.000 km.
  6. Temperatur und Ölstand: Regelmäßige Kontrolle des Füllstands (stets im oberen Skalenbereich halten) sowie Auslesen der realen Betriebstemperatur des Thermostats per Diagnosetester.

Beherzigt man diese Punkte, erweist sich der M274 als einer der berechenbarsten und dankbarsten Mercedes-Benziner der letzten Jahre.

Nützliche OE-Teilenummern für den Mercedes-Motor M274

Zur besseren Übersicht haben wir die Original-Teilenummern (OE Mercedes-Benz) der wichtigsten im Artikel erwähnten Verschleiß- und Wartungsteile zusammengestellt.

WICHTIGER HINWEIS:

Die nachfolgend aufgeführten Teilenummern dienen als Referenz für gängige Konfigurationen des Mercedes-Motors M274. Je nach Modellreihe (C-Klasse, E-Klasse, GLC), Baujahr, Antriebsvariante (Heckantrieb vs. 4MATIC) und Hubraum (1.6 vs. 2.0) können sich einzelne Bauteile baulich unterscheiden oder werkseitigen Nummern-Ersetzungen unterliegen. Vor dem Kauf muss die Passgenauigkeit der Teile ausnahmslos anhand der Fahrgestellnummer (FIN / VIN) im EPC-Teilekatalog abgeglichen werden.

  • Kraftstoffleitungen:
    • A2304768726 – Kraftstoffleitung
    • A2740703500 – Kraftstoffleitung (Zulauf Hochdruckpumpe HPFP)
  • Kurbelgehäuseentlüftung:
    • A2740187301 – Ölabscheider mit integriertem Ventil (KGE)
  • Motor- und Getriebelagerung:
    • A2122407217 – Hydraulisches Motorlager (Hydrolager)
    • A2122401618 – Getriebelager
  • Zündanlage und Nockenwellenverstellung:
    • A2701590700 – Platin-Iridium-Zündkerze
    • A2761560790 – Elektromagnet (Nockenwellenversteller)
  • Kühlsystem:
    • A2742003300 – Kühlmittelthermostat mit integriertem Heizelement
    • A2742000800 – Kühlmittelpumpe (Wasserpumpe)
DIESES WISSEN NUTZEN WIR NICHT NUR IN DER WERKSTATT

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